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Impressionen von der feierlichen Ämterübergabe



am 4.7.2009 auf Schloss Freudental
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Die Abschiedsrede von Dr. Stephan Schnorpfeil:
Liebe rotarische Freunde/-innen, liebe Gäste, liebe Jugendliche,
als Präsident des RC A 81 Bodensee Engen habe ich 11 Monate die Clubgeschäfte geführt, danach habe ich mir fünf Wochen Pause, leider nicht nur Erholung, gegönnt, in der mich Anette vertreten hat. Dafür mein persönlicher Dank an Anette.
Die Präsidentschaft stand am Anfang unter weniger guten Vorzeichen. Jetzt kann ich sagen, dass es eine schöne und interessante Zeit war: Schön vor allem deshalb, weil ich die äußerst angenehme Erfahrung machen durfte, dass immer dann, wenn Not am Mann war, gab es ohne langes Fragen jemanden aus dem Club der aktiv die Sache in die Hand genommen hat, allen voran Anette, in dem sie die Vize Präsidentschaft übernommen hatte. Ich denke, viele von Euch können sich an solche Situationen erinnern. Wir haben echte Macher, aktive Mitglieder im Club, die immer dann da sind, wenn es erforderlich ist. Allen Amtsträgern und insgesamt allen Aktiven mein ganz besonderer und herzlicher Dank für Euer hervorragendes Engagement. Ein Applaus auf Euch.
Damit ist in weiten Teilen mein wichtigstes Motto der Präsidentschaft erfüllt – aus Freunden Rotarier machen. Die Aktivitäten und die Beteiligung unseres Clubs im Distrikt sprechen für sich. A81 wird innerhalb Rotary fast zur Marke. Wir hatten einige Höhepunkte im rotarischen Jahr, von Köln über Ryla bis Kroatien. Die Mitglieder sind näher zusammen gewachsen. Mein Eindruck ist, dass der Junge Club laufen gelernt hat und nun seine zukünftige Richtung entwickelt. In der Mitgliederzahl müssen wir noch wachsen, eine Aufgabe, die die nachfolgenden Präsidenten, Anette und Wolfgang sicher bewältigen. Bevor ich nun die Amtsgeschäfte übergebe, ein paar kurze Worte zu meiner persönlichen Zukunft:
Ich hatte in Engen eine schöne und erfolgreiche Praxis: Ohne Gespenster zu sehen oder den Teufel an die Wand zu malen – die Arbeitsbedingen und der gesetzliche Rahmen haben sich in den letzten 15 Jahren dramatisch verschlechtert: Ob es die Gesetze im Personalwesen sind, die Hygienevorschriften, Medizinproduktebetreiberverordnung, 22 Jahre Nullrunden in der Gebührenordnung, kostenloses Eintreiben von 10€ für die Krankenkassen, Budgets d.h. nicht Bezahlen von erbrachter Arbeit, ständige juristische Angriffe durch jegliche Versicherungen. Solche Dinge in ihrer Kombination haben aus Freude Frust werden lassen. Permanente psychische Anspannung, welche Krisenmanagement gefordert sein wird bedeuten permanenten Druck. Zum Schluss nimmt die Steuergesetzgebung das letzte Erfolgsgefühl. Durch die politische Steuerung sind die Marktwerte der Praxen etwa um die Hälfte reduziert, was bei knapp 1/2 Mio. € Investitionssumme auch keine Kleinigkeit ist, um die man enteignet wird. Man muss schon sehr dickfellig oder etwa skrupellos oder völlig desillusioniert sein, um diese Rahmenbedingungen täglich zu ertragen. Im direkten Vergleich zeigt sich wie einfach es sein könnte..., dass die Arbeit am Patienten fast entspannend ist, bei all ihren Herausforderungen.
Wenn der Spaß geht, ist es an der Zeit etwas zu unternehmen: Mit Konsequenz, Zufall und Glück haben wir diesen extrem schwierigen, teuren, schwerwiegenden und alles andere als bequemen Schritt unternommen. Für viele ist es nicht nachvollziehbar, zu heimlich, zu schnell oder man verliert einfach seinen Zahnarzt. Ich bitte alle diejenigen mir das nachzusehen.
Jürgen Trittin hat in seiner Zeit als Minister Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit Horst Seehofer gesagt: „..Die Zahnärzte werden so bluten wie das Zahnfleisch Ihrer Patienten...“ . So ist es gekommen. Das ist sowohl an den liquiden Mitteln fest zu machen als vor allem auch an dem permanenten psychischen Druck, ausgelöst durch die vielen Verordnungen und vor allem ohne die Zukunftsperspektive einer Veränderung oder gar Verbesserung. Ich bitte Euch um Respekt vor unserer Entscheidung, die auch uns sehr schwer gefallen ist.
Dem Club, insbesondere Anette und Wolfgang wünsche ich gemeinsam mit ihren Amtsträgern viel Glück und Erfolg, ich freue mich von Euch zu hören und alle die lieben und lieb gewonnenen Freunde sind das tränende Auge mit dem ich nach Kärnten gehe.
Vielen Dank.
…die Antrittsrede von Dr. Anette Fintz:
Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Festgäste!
In diesen Tagen tritt John Kenny sein Amt als Präsident von Rotary International an. Er hat das Jahresmotto „The Future of Rotary is in Your Hands“ gewählt. Es geht ihm also um die Zukunft von Rotary – und das begrüße ich sehr.
Wie kann die Zukunft von Rotary allgemein aussehen und - was uns bewegt - Wie soll unser Clubleben aussehen, damit unser Club eine attraktive Zukunft vor sich hat. Attraktiv für uns selbst als Mitglieder, so dass wir bei jedem Termin, den wir verpassen, sagen können: „Schade, dass ich nicht dabei sein kann!“ Attraktiv für die Menschen in der Region, so dass man über uns sagt: „Das sind Leute, die man gerne trifft! Nicht, weil sie Geld haben, sondern weil sie zupacken und über sich hinaus denken.“ Attraktiv für andere Clubs, so dass unsere Reputation die ist: „Das ist ein unprätentiöser Club. Das sind Impulsgeber.“
Wer sich tragende Gedanken um die Zukunft macht, macht sich also auch Gedanken um die eigene Identität. Governor Steidle hat uns Incoming Presidents bereits im März mit dem internationalen Jahresmotto 2009-2010 eindrücklich gemacht, dass wir dieses anbrechende rotarische Jahr bewusst gestalten sollen. „The Future of Rotary is in your Hands“ begreife ich als Ermahnung: „Pass‘ auf, denn Du prägst die Zukunft!“ und als Aufforderung: „Du hast ein Jahr – fang‘ was damit an!“
Nun bin ich zwar durchaus eine eigensinnige Frau, die vorwärts geht; zugleich aber auch eine, bei der Zusammenarbeit und durchdachte Konzepte, durch die Nachhaltigkeit entsteht, einen großen Stellenwert hat. So habe seit Januar mit Wolfgang Czizegg als meinem Incoming President gemeinsam nachgedacht. Und so kommt es, dass wir für unseren Club ein Zwei-Jahres-Motto gewählt haben.
Unser Motto 2009-2011 lautet: Kultur und Kommunikation.
Als Philosophin jagt es mir da entweder den Schauer über den Rücken, denn diese Begriffe sind äußerst interpretationsoffen und das schafft ja bekanntlich Missverständnisse, die leicht zu Konflikten werden. Oder gerade als Philosophin kann ich mich freuen, weil dadurch so viel Gestaltungsraum, schlicht Freiheit liegt. Ich habe mich (wie oft im Leben) für die Freude entschieden. Natürlich möchte ich jetzt standesgemäß meiner Profession und meines neu anzutretenden Amtes dennoch umreißen, welche Ideen ich mit diesen Begriffen verbinde.
Kultur
Der Begriff kommt aus dem lateinischischen colere und bedeutet „pflegen“, „urbar machen“, „ausbilden“. Kultur ist also das, was wir aus einem „Urzustand“ formen.
Bezogen auf eine Gemeinschaft (z.B. bei der sogenannten Unternehmenskultur) kann man ganz einfache Fragen stellen: Ist es üblich, sich zu grüßen? Herrscht untereinander eher ein Haltung des Miteinander oder sieht jeder, dass er zum Arbeitsende schnell nach Hause kommt?
Auch wir im Club können reflektieren, welche Kultur sich entwickelt hat – und welche wir in Zukunft weiter entwickeln wollen und können. Karl Jaspers, ein Philosoph, den ich besonders schätze, hat einmal geschrieben: „Der Mensch wird durch die Sache, die er zur seinen macht.“ Übersetzt heißt das: Wo ich mich leidenschaftlich einer Sache widme, da verändert und prägt mich diese Sache. Für unsere Clubgemeinschaft heißt das auch: Die Dinge, um die wir uns kümmern, werden unsere Haltung, unseren Umgang, unser Interesse prägen. Und je mehr Klarheit wir über das haben, was wir gemeinsam wollen, desto mehr Kraft, Fantasie, Vielfalt und hoffentlich auch Toleranz werden wir an den Tag legen, um es zu umzusetzen.
Das Stichwort Kultur soll uns also Anstoß für die Frage geben: Wer wollen und wer können wir sein?
Kultur als Ausdruck des Selbstverständnisses und der Anfrage findet in allen Völkern ihren höchsten Ausdruck in der Kunst. Was ist Kunst? Pablo Picasso hat einmal gesagt: „Selbst wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es nicht sagen.“
Um die Kuh also erst gar nicht erst aufs Eis zu jagen und hernach mühsam wieder herunter zu zerren, möchte ich den Kunstbegriff nicht definieren, sondern nur insoweit anreißen, als er für unseren Club relevant werden kann: Kunst ist Ausdruck ihrer Zeit und berührt Wahrheiten tiefsten Mensch-und Weltseins; Kunst kann uns erfreuen, muss es aber nicht; auf jeden Fall soll sie uns tief be- und anrühren; Kunst stellt Fragen; Kunst ist konstruktive Störung. Kunst gibt daher Impulse und regt uns zum Vorwärtsdenken an. In unserem 2-Jahres-Motto verstehe ich Kultur daher unbedingt auch in Bezug zur Kunst.
Ich freue mich sehr, dass heute Abend ein besonderer Doppelpunkt zu unserem Thema Kultur im Sinne von Kunst gesetzt wird: Christina Vayhinger und Peter Land bieten uns ein Programm, in der Form, in der mir persönlich Kunst am nächsten steht, nämlich dem Theater und Gesang.
Kunst – und das zeigt schon die Diskussion über den Begriff an sich – ist auch Kommunikation. Und damit sind wir beim zweiten Begriff unseres Club-Mottos:
Kommunikation
Auch dieser Begriff kommt aus dem Lateinischen: communicare bedeutet „mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen“. Ein idealer Begriff für unseren Club!
Wir haben uns bei den Überlegungen zum Motto zwei Schwerpunkte der Kommunikation gesetzt.
Erstens: die interne Kommunikation. Ich wünsche mir, dass wir durch vermehrtes Zusammenarbeiten auch noch mehr kommunizieren. Wie wir alle erfahren haben: wer gemeinsam gereist oder gewandert ist, der hat Erfahrung geteilt, hat miteinander geredet, hat voneinander erfahren. So wächst Freundschaft, die uns als Rotariern besonders am Herzen liegt.
In einer der letzten Vorstandssitzungen wurde auch angemahnt, das „Wie“ der Kommunikation untereinander zu thematisieren. Hier überschneidet sich Kultur und Kommunikation ganz deutlich: welcher verbale Umgang ist bei uns an der Tagesordnung? Vor allem, wenn wir mal nicht ein Herz und eine Seele sind. Haben wir eine Streit-Kultur oder eher eine Unkultur der Worte und Gesten?
Was mir auch sehr am Herzen liegt, ist die Transparenz und das Zusammenwirken in den Ausschüssen und der Ausschüsse untereinander. Erst wenn mir klar wird, womit sich der andere in seiner Aufgabe beschäftigt, lerne ich, sowohl die Aufgabe als auch die Person neu zu schätzen. Freundschaft wächst und trägt vor allem da, wo Menschen sich treffen, um gemeinsam etwas zu erreichen. Sei es einen Berggipfel erwandern, eine Hütte bauen oder eine Idee voran bringen: wo es gemeinsam angegangen wird, da geschieht Begegnung und da wächst Beziehung. Auch deshalb möchte ich die Teamarbeit während meines Jahres fördern. So wollen Wolfgang Czizegg und ich als Präsidententeam voran gehen. Es ist für mich (und den Club!) eine tolle Sache, nicht nur einen „Nach-Folger“, vielmehr auch einen an seiner Seite zu wissen, mit dem ich gemeinsam über Rotary-Fragen laut nachdenken kann. Soweit zur internen Kommunikation.
Als zweites die Kommunikation „nach außen“, d.h. mit anderen Clubs und der Gesellschaft in der Region. Es ist noch nicht angepackt, aber mit gleich mit zwei Wolfgangs (Czizegg und Sachs) durchdacht, dass wir unsere Patenclubs ansprechen wollen, um gemeinsam mit ihnen z.B. Extra-Meetings oder größere Veranstaltungen durch zu führen. Außerdem beabsichtigen wir, in der Region als RC A81Engen-Bodensee bekannter zu werden und ein eigenes Profil zu zeigen. Unter anderem dadurch, dass wir über die Unterstützung von Skipsy und anderen Kinderprojekten für die Presse interessant werden.
Kommunikation, ich sagte es anfangs, ist ein weiter Begriff und so möchte ich es auch mit diesen Andeutungen – hoffentlich auch „Appetizern“ – belassen.
Projekte 2009/10
Zu einer Antrittsrede gehört nicht nur, das Jahresmotto aufzuspannen, sondern auch wenigstens kurz unsere konkreten Projekte anzusprechen. Wir haben zwei, die uns von Rotary International bzw. dem District zugefallen sind und zwei, die wir selbst ins Auge gefasst haben:
1. Das Projekt „End Polio now!“ liegt Governor Steidle besonders am Herzen. Johannes Moser hat schon richtig gut vorbereitet, wie wir am 24. Oktober dieses weltweite Projekt unterstützen können. Hier werden wir als Team, ich möchte sagen: als Clubgemeinschaft gefragt sein. 2. Der „Group-Study-Exchange“ (GSE) beschert uns Anfang Juni 2010 den Besuch fünf junger Inder. Hier brauchen wir noch einen Delegierten als Kommunikationsschnittstelle zum District. Und auch hier gilt, dass wir diesen Besuch nur durch die Unterstützung möglichst vieler Clubmitglieder so meistern können, dass die Gäste sich bei uns wohl fühlen. 3. Was wir selbst ins Auge gefasst haben, ist Skipsy als Spenden-und Handson-Projekt. Es bedeutet mir viel, dass wir uns um Kinder psychisch kranker Eltern kümmern. Sie stehen nirgends im Fokus, sie führen im Grunde ein Schattendasein. Auch hier suchen wir noch einen Paten, der die Kommunikationsschnittstelle zwischen Skipsy-Mitarbeitern und dem Club darstellt. Die Mitarbeiter von Skipsy freuen sich sehr auf uns; es wird jetzt Zeit, dass wir loslegen und konkret werden. 4. Angestoßen, aber noch nicht reif, ist die Idee, richtig „werbewirksam“ nach außen aufzutreten, indem wir mit bis zu acht anderen Clubs der Region im Frühjahr 2010 einen Sportevent organisieren. Axel Tabertshofer hat schon zugesagt, sich hier verantwortlich einzubringen. Er wartet jetzt auf die überregionalen Vorbereitungen, die noch anstehen. Ziel dieses Events wäre, die Clubs mehr miteinander zu verbinden, indem wir zusammen an dieser Aufgabe arbeiten und gleichzeitig dadurch einen viel größeren Effekt in der Wahrnehmung der Bevölkerung hätten. Ich würde mich freuen, wenn wir das gemeinsam und mit viel Begeisterung auf den Weg bringen.
Das „Jahresteam“
Ich habe bisher betont, dass die gemeinsame Arbeit an Zielen einen besonderen Schwerpunkt während meines Jahres darstellen soll. Dazu muss ich ehrlich sagen: Wenn ich nicht da bin, bin ich für gewisse Zeit leicht zu vertreten. Aber wenn ein paar andere fehlen, kommt sehr schnell unser Clubleben ins Stocken:
Michaela Link (Sekretärin)
Wolfgang Sachs (Veranstaltungswart)
Wolfgang Czizegg (Incoming President)
Siegfried Wohner (Schatzmeister)
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, diese vier nach vorne zu bitten und als „tragenden Säulen“ offiziell in ihrem Amt für das rotarische Jahr 2009/10 zu begrüßen.
„The Future of Rotary is in your hands“, so habe ich John Kenny zitiert. Ich möchte es nochmals aufgreifen und für uns alle übertragen: “The Future of Rotary lies in our hands.“ – Es gibt zu tun, packen wir’s an!
Ich freue mich auf das Jahr mit Euch!
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Montag, 13. Juli 2009/web285
Letzte Änderung: 17.04.10/web285
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