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2. Dezember 2010: Barock am See
Rotarischer Konzertabend im Parkstift Rosenau

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Nachrichtenbild Es ist weit mehr als nur eine rotarische vorweihnachtliche Tradition, es ist einer der herausragenden Höhepunkte im Veranstaltungs-zyklus des RC Konstanz-Rheintor: Der Konzertabend „Barock am See“ im Parkstift Rosenau.
Was könnte die inzwischen weit über den Club hinausgehende Ausstrahlung dieses Konzertabends besser belegen als die Tatsache, daß der Festsaal des Parkstifts Rosenau bis auf den letzten Platz besetzt war.

Die großen Erwartungen wurden in hohem Maße erfüllt. Die bestens aufeinander eingestellte kammermusikalische „Viererbande“ (Orginalton des Moderators) bestehend aus den Freunden Dirk Pette (Violine, Viola), Volker Hempel (Cello, Viola da gamba), Alexander Bürkle (Cembalo) und Frau Ulrike Middendorf (Querflöte) haben die Zuhörer mit einem berührenden und bezaubernden Tafelkonfekt verwöhnt. Es war nicht nur jede einzelne Triosonate eine Köstlichkeit der Barockzeit, das gesamte Programm war in einer überaus stimmigen Weise ausbalanciert. Die berühmten Komponisten Bach (zusammen mit Sohn Carl Phillip Emanuel), Vivaldi, Händel, Telemann und Leclair waren Zeitgenossen und kannten und schätzen wechselseitig ihre Kompositionen. So verwundert es nicht, daß sich aus der Zusammenstellung einzelner Trisonaten dieser Komponisten eine wunderbar ganzheitliche Musikarchitektur ergab. Trotz der Homogenität des sinnlich-lebensfreudigen barocken Musikempfindens, konnte man doch gut erkennen, daß jeder Komponist eine spezielle Stimmung repräsentiert und wo italienische, französische und deutsche Musikprägungen eine Rolle spielen. 
Die  Die Zuhörer ließen sich gerne von der Musizierfreude der Instrumentalisten verführen, sei es daß sie den kontemplativen Sätzen der Triosonaten nachspürten, sei es daß sie sich von den pulsierend nach vorne drängenden Passagen gleichsam elektrisieren ließen. Sie  wurden vom wunderbaren Fluß der Musik einfach mitgetragen.

Nun wäre es unangemessen bei der überzeugenden Ganzheitlichkeit des Programms einzelne Programmpunkte in musikalischer Hinsicht herauszuheben. Eine Besonderheit verdient gleichwohl ein zusätzliches Wort der Anerkennung. Unser Freund Dirk Pette ist nicht nur der Organisator dieser Konzertabende, er ist auf eine angenehm unaufdringliche Weise auch ein vorzüglicher Moderator und musikwissenschaftlicher Pädagoge. Die Zuhörer wurden in jedem Stück entweder kompositionstechnisch oder musiktheoretisch oder auch entstehungsgeschichtlich auf eine Weise eingeführt, daß eine zusätzliche Neugier beim Hören entstand. So lernten wir etwas über die Rolle des Cembalos in der barocken Triosonate, das nämlich normalerweise den Generalbass (basso continuo – das harmonische Gerüst der Barockmusik) verstärkt und deshalb als viertes Instrument bei der Triosonate mitwirkt, aber etwa in der Händel-Triosonate in Abweichung von der genannten Regel auch eine eigene konzertante Bedeutung erhalten kann.  Die Zuhörer haben erfahren, daß Leclair statt des Cellos gerne die Violo da gamba einsetzt, weil sie mit ihren 7 Saiten einen zarteren Klang entstehen läßt. Bemerkenswert war bei der „Bachschen Triosonate“ die Enträtselung welche Fassung von Vater Bach und welche von Sohn Carl-Phillipp-Emanuel stammte und wie man daraus eine gemeinsame Triosonate rekonstruierte. Schließlich hat man auch bei der 87. Triosonate des außergewöhnlich produktiven Telemann gerne der Aussage des Komponisten geglaubt, wonach die Töne ihm nachlaufen, wenn er sich nur umschaue.
 
Da Telemann rund 150 Triosonaten geschrieben hat und auch seine Komponistenkollegen in dieser Gattung sehr fleißig waren, können wir uns auf  noch viele Jahre mit großartigen Konzertabenden unter dem Motto „Barock am See“  freuen. Der Beifall des vollen Saales für die Interpreten war lang und herzlich. Dank und vielfaches bravo für Dirk Pette and friends.
 
Dem ästhetischen Genuß eines inspirierenden Musikerlebnisses pflegt traditionsgemäß ein kulinarischer Genuß mit rotarischen Plauschereien zu folgen. Der Ausklang fand erstmals im Therme-Restaurant „Seelig“ statt, wobei schon der Name des Restaurants geeignet war die heiter-festliche Stimmung fortzusetzen. Welche Stimmung könnte besser geeignet sein ein neues Clubmitglied offiziell in den rotarischen Freundeskreis aufzunehmen. Unserer Präsidentin Andrea Stutz konnte unter dem großen Beifall aller Anwesenden unsere neue Freundin Monika Pilz-Hönig in den RC Konstanz-Rheintor aufnehmen. Wir freuen uns auf ihre aktive Mitwirkung und ihre Ideen und sind sicher, daß sie sich bei uns – allesamt vergnügliche und gut verträgliche Menschen – wohl fühlen wird.
Donnerstag, 9. Dezember 2010/web320
Letzte Änderung: 09.12.10/web320


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