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Hilfe zur Selbsthilfe
Das Betreuungszentrum für Aidswaisen in Ilindi (Umalila)



Dekan i. R. Dr. Jochen Tolk berichtet über sein (Teil-)Projekt "Betreuungszentrum für Aidswaisen in Ilindi", das mit Spenden aus unserem Club und einer großen Einzelspende gebaut werden konnte.
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Bei meiner Reise im vergangenen Jahr wurde ich in die Umalilaberge geführt, eine abgelegene Landschaft im südlichen Hochland von Tansania. In Ilindi traf ich ich mit Aidswaisen und ihren Versorgern zusammen, mit Kirchen- und Dorfältesten und den beiden Häuptlingen der Gegend. Von allen wurde ich dringend gebeten, beim Bau eines Betreuungszentrums für die vielen Kinder zu helfen, deren Eltern an Aids gestorben sind. Die Männer und Frauen aus dem Dorf hatten bereits einige Tausend Ziegelsteine gebrannt, aber Geld hatten sie nicht, um Zement, Bauholz, Sand und Wellblech zu kaufen. Nach meiner Rückkehr suchte ich Sponsoren, um den Bau zu finanzieren. Die CHG Meridian in Weingarten und der Rotary Club Ravensburg-Weingarten stellten 8 000 Euro zur Verfügung.
Das Geld wurde in Raten an die Kirchenleitung der Moravian Church in Mbeya überwiesen, die den Bau durchführte und nun die Hilfe für die Aidswaisen organisiert.
Dieses Jahr bin ich am 28. August wieder in Ilindi gewesen und konnte feststellen: Das Betreuungszentrum ist nahezu fertig. Am Dach sind noch einige Arbeiten nötig, da der Dachdecker wegen eines Autounfalls wochenlang nicht arbeiten konnte. Der Fußboden in den Räumen muss noch zementiert, Türen müssen noch eingesetzt werden. Fertig sind sie schon – und bereits bezahlt. Für die komplette Baumaßnahme liegt eine Abrechnung über 8 035 Euro vor. Ich bin selbst erstaunt, dass der Bau um diesen Preis erstellt werden konnte. Befürchtungen, es könnte Geld für private Zwecke abgezweigt werden, wurden beschämt.
Am Sonntag, den 28. August, fand in dem neuen Gebäude ein großes Fest zur Einweihung des Zentrums statt, an dem auch Vertreter der Kommune, der Schulen und der anderen Religionsgemeinschaften teilnahmen. Alle wollen in Zukunft hier zusammenarbeiten, um den vielen Aidswaisen in der Gegend zu helfen. Die Leitung des Zentrums liegt bei der Pfarrerin S. Mshani, die auch für das Aidswaisenzentrum in Nsalaga zuständig ist und entsprechende Erfahrung mitbringt. Aus den umliegenden Dörfern haben sich Männer und Frauen gemeldet, die jeweils in ihrem Dorf die Aidswaisen aufsuchen und persönlich betreuen werden (Volunteers). Sie versammeln die Waisenkinder jede Woche im Zentrum, geben ihnen zu essen, helfen ihnen bei den Schularbeiten und unterrichten sie, damit sie gesund bleiben und im Leben zurechtkommen können. Dafür erhalten sie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 10 000 Shilling = 5 Euro im Monat. Die gesamte Bevölkerung wird die Arbeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Spenden unterstützen. Allerdings wird auch in Zukunft Unterstützung aus Deutschland gebraucht, denn die Menschen in Umalila haben sehr wenigGeld zur Verfügung, und die Kosten für den Schulbesuch sind ein Problem: Es wird vorausgesetzt, dass die Kinder Schuhe und Schulkleidung besitzen und Hefte und Stifte selbst kaufen können. Damit sind viele Versorger (meist die Großmütter) überfordert. Oft fehlt es auch an Nahrung, denn die alten Leute, die die Waisenkinder versorgen, haben nicht mehr genug Kraft, um auf dem Feld einen guten Ertrag zu erwirtschaften.
Die Menschen in Umalila danken den großzügigen Spendern von ganzem Herzen und wünschen ihnen Gottes Segen im Überfluss. Auch ich danke der CHG-Meridian und dem Rotaryclub Ravensburg-Weingarten sehr herzlich für das Vertrauen, das sie mir entgegen gebracht haben und für ihr außergewöhnliches Engagement für die Aidswaisen in Tansania.
26. September 2011 Dr. Jochen Tolk |
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Montag, 14. November 2011/web305
Letzte Änderung: 14.11.11/web305
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